sex in the city. 4.5: reprise

die trennung von meiner freundin ist jetzt drei monate her.
die zeit seit dem war nicht leicht für mich. genauso wie die freude darüber, einen solchen tollen menschen zu kennen, über jahre hinweg anhält, um so schmerzlicher war das gefühl nach der kappung des kontakts.
ich glaube aber, daß ich inzwischen einigermaßen auf dem boden der realität angekommen bin. das bedeutet nicht, daß ich nicht häufig denken muß an das, was war.
stattdessen verfolgen mich bis heute praktisch jede nacht träume, in der sie eine rolle spielt. manchmal mutiert sie darin zu jemandem ganz anderen, aber solange ich mich an die träume erinnern kann, weiß ich stets, daß es eigentlich wieder nur sie gewesen ist.

die gegenwehr des aktionismus habe ich jetzt aber weitgehend eingestellt. einen termin zum “speed dating“, der eventuell auch noch futter für einen weiteren blogeintrag gegeben hätte, habe ich auf unbestimmte zeit verschoben. ganz sicher werde ich keine prostitutierten mehr aufsuchen, das erscheint mir als zu deprimierend.

stattdessen bemühe ich mich, einigermaßen zuversichtlich zu sein. ich habe in den letzten wochen etwas abgenommen und fühle mich auch dadurch insgesamt etwas fitter.

ich möchte einfach nur abschließend wiederholen, was wohl ohnehin offensichtlich war: es ging mir in diesen bislang vier berichten nicht darum, mich als coolen macker darzustellen und auch nicht darum, mich oder andere öffentlich fertigzumachen. mehr noch als jedes politische thema beherrschte nun mal das gefühl der leere und die frage, wie damit umzugehen sei, meinen geist. da ich weiß, daß das in abgewandelter, jeweils subjektiver form ein universelles problem ist für viele menschen, finde ich es legitim, im gegensatz zur verschämten mehrheit einen teil meiner erfahrungen öffentlich zu machen.

ich werde auch gerne wahrgenommen als das, was ich nun mal bin: ein verletztliches subjekt, das auch nur rumfällt in dieser welt.
aber auch das ist nicht alles was ich bin. eine analyse meiner persönlichkeit lässt sich mit diesen vier auszügen aus einem “state of emergency” jedenfalls auch nicht anfertigen, obwohl ich mich tatsächlich um entwaffnende ehrlichkeit bemüht habe.
wer mich nach den beiträgen für sexversessen hält, darf das denken. ich glaube nicht, daß es eigentlich darum geht.

wie versprochen bleibt der blog auch weiterhin subjektiv und persönlich.
die serie “sex in the city” findet hier aber ihre vorläufige pause.

euer kotzboy

nachträgliches p.s.:
was mich allerdings nicht nur bei den vier “sex in the city“-artikeln überrascht hat, ist die neigung zur annahme der abwesenheit von überzeichnung und humor, dem absichtlichen spiel mit stereotypen etwa (“antiimp-test“, “schweizer weinhändler” etc.). so interpretiere ich jedenfalls die reaktionen von einigen leserInnen. dabei halte ich es für keinen widerspruch, etwas ernst zu meinen und dennoch aus der distanz der polemik und selbstironie zu schreiben. scheint nicht so massenkompatibel zu sein. macht aber nix. ich nehme es tatsächlich nicht persönlich.



25 May 2009, 16:36
by jacky


comment:

MOOOOOOOOOOOOOOOORE !!!

*name

*e-mail

web site

leave a comment


mit dem absenden dieses formulars stimmen sie der zweckmäßigen speicherung und veröffentlichung der eingegebenen daten (minus e-mail-adresse) zu.
alle kommentare werden moderiert, zeitverzögert freigeschaltet.
es werden keine kommerziellen seiten via comment verlinkt.