berlin: mauer zu mauer

die drucksache DS/0623/III wurde mehrheitlich beschlossen. es gab 18 nein-stimmen und 4 enthaltungen.
das ist dem wortkargen protokoll der bezirksverordnetenversammlung friedrichshain-kreuzberg zu entnehmen, deren 55 sitze, mehrheitlich besetzt durch grüne und linkspartei, am mittwoch beschlossen haben, die deutsch-deutschen mauerreste der “east side gallery” mit 2,8 meter hohen abzügen eines neuen antiisraelischen fotobandes behängen zu lassen.

über diesen antizionistischen schmutzwall freut sich vor allem der herausgeber kai wiedenhöfer, dem nach “perfect peace – the palestinians from intifada to intifada” mit “wall” erneut eine – stilistisch wie inhaltlich – überwiegend in schwarz/weiß gehaltene inszenierung von unterdrückter unschuld und gesichtslosem aggressor gelungen ist.


(schnappschuss aus vielsagender quelle)

wiedenhöfer in einem taz-interview:

Mit Ihrer Ausstellung setzen Sie beide Grenzanlagen gleich, sagen Kritiker. Dabei waren die Gründe für ihren Bau ganz unterschiedlich.

Ich bringe die Mauern in ein Verhältnis zueinander, ich will sie nicht gleichsetzen. Solche Dinge sind nie deckungsgleich. Aber der Geist, der dahintersteht, der ähnelt sich.

Die DDR war eine Diktatur, Israel ist eine Demokratie.

Mir geht es nicht um die beiden Staaten, sondern um das Prinzip des Mauerbaus. Wenn solch massive Grenzanlagen errichtet werden, funktioniert oft die Kommunikation nicht.

tatsächlich hat vor der errichtung der israelischen anlage, um die es geht, weit mehr “nicht funktioniert” als die kommunikation zwischen israelis und palästinensern. für den staat israel hat es nicht funktioniert, seine bewohner vor terroranschlägen zu schützen.


in diesem sinne war die für alle beteiligten unerfreuliche notwehr erfolgreich: allein im jahr 2002 waren noch 289 israelis und ausländische besucher durch terroranschläge auf öffentliche verkehrsmittel, einkaufsstraßen, cafe’s, diskotheken etc. ums leben gekommen. im jahr 2006 war diese zahl bereits auf 23 gesunken.1

die unterstützer des “offenen briefes” gegen die entscheidung vom mittwoch, darunter die spd-fraktion und der landesarbeitskreis der bak shalom, dürfen jetzt davon ausgehen, daß die b.v.v. “nichts aus der Geschichte gelernt hat und Judenhass sowie Antiamerikanismus und eine Verharmlosung der menschenfeindlichen Berliner Mauer der DDR unterstützt“.
der vollständige “offene brief” mit dem titel “Keine israelfeindliche Ausstellung in Friedrichshain-Kreuzberg an der East Side Gallery!” ist u.a. hier dokumentiert.

ob die “ausstellung” jetzt noch am besten paralell zu den feierlichkeiten des 60. jahrestags israels beginnen kann ?

über die merkwürdige aktion in ströbeles wahlkreis hatte sich natürlich auch ivo bozic schon frühzeitig gedanken gemacht.

was ist sonst noch passiert? im kreuzberger mc donald’s gab’s bombenalarm.

edit: siehe auch Kai Wiedenhöfers palästinensische Freunde und die Diffamierung der Juden als die Nazis von heute

edit2: es gibt eine online-petition vs. antizionistische fotoausstellung.


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  1. http://en.wikipedia.org/wiki/Israeli_West_Bank_barrier#cite_note-McClatchy-4 []

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