{"id":5608,"date":"2009-12-27T21:10:22","date_gmt":"2009-12-27T20:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/kotzboy.com\/?p=5608"},"modified":"2009-12-27T21:10:22","modified_gmt":"2009-12-27T20:10:22","slug":"es-lebe-multikulti","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kotzboy.com\/?p=5608","title":{"rendered":"es lebe multikulti"},"content":{"rendered":"<p>abschrift eines flugblatts der &#8222;<a href=\"http:\/\/www.a3wsaar.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aktion 3. welt saar<\/a>&#8222;, welches es <a href=\"http:\/\/emanzipationundfrieden.de\/Flugschrift_Multikulti_2009_2010\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier in .pdf-form<\/a> gibt.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Bye Bye Multikulti &#8211; Es lebe Multikulti<\/strong><\/p>\n<p><strong>Es herrscht Konfusion um Multikulti. Thilo Sarrazin, Mitglied im Vorstand der Bundesbank und in der SPD, sieht sich von MigrantInnen bedroht, die \u201ejede Menge kleiner Kopftuchm\u00e4dchen produzieren\u201c. Umgekehrt pl\u00e4dieren Teile der Naziszene f\u00fcr die multikulturelle Gesellschaft, w\u00e4hrend Oskar Lafontaine \u201eSchnittmengen zwischen dem Islam und der Linken\u201c sieht. Pro Asyl ruft Kritiker des Islamismus mit dem bei iranischen Mullahs entlehnten Kampfbegriff der \u201eIslamophobie\u201c zur Ordnung. Viele Anh\u00e4ngerInnen von Multikulti schweigen gegen\u00fcber Zwangsverheiratungen, Kopftuchzwang und Ehrenmorden. Falsche Toleranz und unterlassene Hilfeleistung.<br \/>\nTrotzdem: Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Multikulturelle Gesellschaft \u2013 gerade jetzt.<\/strong><\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund deutschen Glaubens an die \u201eVolksgemeinschaft\u201d ((Dieser Glaube ist allerdings mit dem von ihr begangenen Verbrechen keineswegs verschwunden. 26 Prozent der befragten Deutschen best\u00e4tigten der Friedrich-Ebert-Stiftung Ende 2006, &#8222;Deutschland brauche eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verk\u00f6rpert.\u201d (www.fes.de\/rechtsextremismus\/inhalt\/studie.htm &#8211; Seitenaufruf vom 18.12.2009) )) erscheint die Herausbildung einer multikulturellen Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten als Kulturbruch. Dem lagen zuallererst wirtschaftliche Entwicklungen zugrunde: Anwerbung von Arbeitskr\u00e4ften aus S\u00fcdeuropa und \u201eGlobalisierung\u201c sorgten daf\u00fcr, dass Deutschland zum Einwanderungsland wurde. Seit den 70er Jahren entwickelte sich eine soziale und politische Bewegung, die die multikulturelle Idee als Leitfaden vertrat und die Deutscht\u00fcmelei und Borniertheit teilweise mit Erfolg zur\u00fcckdr\u00e4ngen konnte.<br \/>\nTrotzdem werden gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund \u00f6konomisch, sozial und politisch ausgegrenzt. Anders als etwa in den USA, Kanada oder Frankreich ist das deutsche Staatsb\u00fcrgerschaftsrecht immer noch eng verbunden mit der Herkunft der Eltern und der \u201eVolks\u201czugeh\u00f6rigkeit. Eine unmenschliche Asylpolitik sorgt &#8211; begleitet von der klammheimlichen Sympathie gro\u00dfer Teile der Bev\u00f6lkerung &#8211; f\u00fcr j\u00e4hrlich sinkende Asylbewerberzahlen.<br \/>\nSarrazin, der ehemalige Finanzsenator der rot-roten Koalition in Berlin, spricht von \u201ezwanzig Prozent der Bev\u00f6lkerung, die nicht \u00f6konomisch gebraucht werden\u201c ((Lettre International, Oktober 2009; a.a.O.)) und liefert die rassistische Begleitmusik zur kapitalistischen Krise gleich mit. Dieser gef\u00e4hrlichen Melange aus Rassismus und Sozialdarwinismus ist entschieden entgegenzutreten. Als Ruf nach der Durchsetzung gleicher Rechte und Entfaltungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr alle hier lebenden Menschen ist die Forderung nach einer multikulturellen Gesellschaft nach wie vor berechtigt und aktuell.<\/p>\n<p><strong>Freiheit des Individuums<\/strong><\/p>\n<p>Doch nicht nur kapitalistische Krisenwirtschaft, staatliche Repression und \u201edeutsche Leitkultur\u201c machen es vielen MigrantInnen schwer. Gr\u00f6\u00dftenteils sind auch ihre \u201eeigenen\u201d Herkunftskollektive alles andere als emanzipatorisch. Insbesondere Frauen leiden oft unter einer reaktion\u00e4ren, extrem patriarchalen und religi\u00f6s aufgeladenen Herrschaft. Deren Auswirkungen reichen von Kopftuchzwang und Zwangsverheiratung bis hin zu Ehrenmorden und Verherrlichung des islamistischen Terrorismus als Spitze des Eisbergs.<br \/>\nDer Kampf f\u00fcr das Recht, in den Herkunftsgesellschaften erlernte Lebensweisen beizubehalten, auch wenn sie sich erheblich von im Einwanderungsland vorgefundenen Mustern unterscheiden, ist notwendig. Allerdings gilt dies nur, solange es um Rechte von Individuen und nicht von Kollektiven geht. Doch gerade der Einsatz f\u00fcr ein derartiges \u201eRecht\u201c auf Kollektivzwang gilt bei vielen der sich als links, liberal und antirassistisch verstehenden AktivistInnen oder in der Fl\u00fcchtlingsarbeit T\u00e4tigen als Ausdruck der \u201eSolidarit\u00e4t\u201c mit MigrantInnen und Fl\u00fcchtlingen. Da zeigen auf einmal Leute, die sich sonst zu Recht \u00fcber machohafte Anmache und Unterdr\u00fcckung von Frauen emp\u00f6ren, erstaunlich viel Zur\u00fcckhaltung, wenn es um eine klare Positionierung gegen Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Schleierzwang, Genitalverst\u00fcmmelung und Homophobie geht. Die Angst davor, RassistIn zu sein, wenn man all dies entschieden, laut und unmissverst\u00e4ndlich kritisiert, ist aber unbegr\u00fcndet.<br \/>\nAndersherum: Es ist rassistisch, zu glauben, \u201edie Araber, die T\u00fcrken und andere sind halt nun mal so, das ist ihre Kultur und sie k\u00f6nnen nicht anders\u201c.<\/p>\n<p><strong>Die rechte Multikultiszene<\/strong><\/p>\n<p>Ein kollektivistisches Verst\u00e4ndnis, das Gruppenrechte \u00fcber die von Individuen stellt, bietet reichlich Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr faschistische, v\u00f6lkische und rassistische Konzepte. Im neofaschistischen Spektrum postuliert der Ethnopluralismus: Jedes \u201eVolk\u201c habe eine spezifische Identit\u00e4t, die an eine spezifische Kultur, Religion, Sitten und Normen, an eine bestimmte Sprache und einen als angestammt betrachteten Siedlungsraum gebunden sei. Diese Identit\u00e4ten gelten als nat\u00fcrlich und erhaltenswert. EthnopluralistInnen formulieren eine Pflicht zur Differenz \u2013 \u201eVermischung\u201c gilt als sch\u00e4dlich. Mithilfe des Kulturrelativismus wird ein Rassismus begr\u00fcndet, der sich \u201eantirassistisch\u201d gibt.<br \/>\nEng verwandt damit ist der Bioregionalismus. Er setzt auf kleinere Einheiten wie \u201eSt\u00e4mme\u201c statt auf Nationen und \u201eV\u00f6lker\u201c. Sie sollen als Teil einer als nat\u00fcrlich vorgestellten charakteristischen Landschaft organisch in diese eingebunden sein.<br \/>\nEr versteht sich als Gegner von \u201cGlobalisierung\u201d und \u201eWelteinheitszivilisation\u201c und setzt dem \u201eein ausdr\u00fcckliches Bekenntnis zur kulturellen Vielfalt\u201c entgegen. Die aber sieht er durch \u201eMc-Donaldisierung, Coca-Colonisierung, MTVisierung\u201c, also durch die USA, bedroht ((Kramps, Leif-Thorsten: F\u00fcr den Multikulturalismus.<br \/>\nIn: AUTO: -CHTHON &#038; -NOM Nr. 11, Juni 2004. www.nationalanarchismus.org\/Nationalanarchismus\/Auto11\/Multikultur\/multikultur.html (Seitenaufruf am 29.6.06)<br \/>\noder http:\/\/www.kopfmord.de\/pn\/Article183.html (Seitenaufruf am 17.12.09))). Das sind nicht zuf\u00e4llig auch im linken und liberalen Diskurs g\u00e4ngige Codes. Beiden gemeinsam ist das antiamerikanische Ressentiment, das sich aus einer oberfl\u00e4chlichen Kapitalismuskritik speist und die von ihm wahrgenommenen \u201eschlechten Seiten\u201c der kapitalistischen Globalisierung als \u201eangloamerikanisches Werk\u201c betrachtet. Die Kampfansage der BioregionalistInnen an \u201eSchmelztiegel-Ideologie\u201c und \u201eVermischung\u201c, f\u00fcr die Neonazis nicht zuf\u00e4llig immer wieder \u201eNew York\u201c und \u201eIsrael\u201c als angeblich abschreckende Beispiele anf\u00fchren, macht deutlich, welche \u201ekulturelle Identit\u00e4t\u201c sie meinen. Dies zeigt auch, in welche N\u00e4he man unfreiwillig ger\u00e4t, wenn man auf dem vermeintlichen Recht auf Zwang unters Kollektiv beharrt ((Bioregionalismus sollte nicht verwechselt werden mit einem emanzipatorischen Regionalismus, wie er zum Ausdruck kommt in grenz\u00fcberschreitenden regionalen Verbindungen gegen Unterdr\u00fcckungs- und Diskriminierungsma\u00dfnahmen der Zentralgewalten. Ein solch emanzipatorischer Regionalismus ist immer wieder kennzeichnend f\u00fcr die \u00d6kologiebewegung gewesen. Siehe hierzu: Mossmann, Walter: Dreyeckland. In: Mossmann, Walter: Flugblattlieder, Streitschriften. Berlin 1980. S. 169-191.)).<\/p>\n<p><strong>H\u00e4tschelkind Islam<\/strong><\/p>\n<p>Linke wie rechte Anh\u00e4ngerInnen \u201ekultureller Vielfalt\u201c r\u00fccken den Islam ins Zentrum ihrer Forderung nach Toleranz und lassen dabei oft genug eine entschiedene Distanzierung vom islamischen Fundamentalismus vermissen. Nicht nur &#8222;Pro Asyl&#8220; beklagt die \u201eIslamophobie\u201d ((siehe unter anderem die gemeinsame Pressemitteilung von<br \/>\n\u201eInterkultureller Rat in Deutschland e.V.\u201d und Pro Asyl vom 13.7.2006)) und kn\u00fcpft damit faktisch <a href=\"http:\/\/kotzboy.com\/?p=1404\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">an eine Kampagne an<\/a>, die das iranische Mullahregime in den 80er Jahren im Kampf gegen Frauen gestartet hat, die sich der reaktion\u00e4ren Kleiderordnung im Land widersetzten. Soweit der heute gebr\u00e4uchlichere Begriff des \u201eantimuslimischen Rassismus\u201d lediglich als Synonym f\u00fcr &#8222;Islamophobie&#8220; gebraucht wird, macht dies die Sache selbstverst\u00e4ndlich auch nicht besser. Auch in dem Aufruf \u201eGerechtigkeit f\u00fcr die Muslime!\u201c ((\u201eZeit\u201c,1.2.2006)) von 60 MigrationsforscherInnen werden Zwangsverheiratungen systematisch verharmlost, relativiert und Kritikerinnen wie <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;keywords=necla%20kelek&#038;tag=dissidenz-21&#038;index=books&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Necla Kelek<\/a> denunziert und herabgew\u00fcrdigt. So wird aus dem linken und liberalen Spektrum heraus islamischen FundamentalistInnen der Weg in die Mitte der Gesellschaft geebnet. Dahinter steht h\u00e4ufig mehr als blo\u00dfe Relativierung unverzichtbarer zivilisatorischer Standards durch das Zugest\u00e4ndnis kulturspezifischer Rechtsnormen und Verhaltensmuster sowie Blindheit gegen\u00fcber Antisemitismus.<br \/>\nManche Linke und Liberale sehen sich offenbar genauso wie die ethnopluralistische Rechte islamischen Moral- und Ehrenkodices mehr verbunden als den ethischen Vorstellungen, die zu Zeiten des Aufstiegs der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft im Namen der Aufkl\u00e4rung und des Humanismus in harten K\u00e4mpfen gegen Kirche und Allmachtsanspruch der Religion in Europa durchgesetzt wurden und die bis heute keineswegs gesichert sind.<br \/>\n\u201eEs gibt Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion: Der Islam setzt auf die Gemeinschaft, damit steht er im Widerspruch zum \u00fcbersteigerten Individualismus, dessen Konzeption im Westen zu scheitern droht,\u201c meint etwa Oskar Lafontaine ((\u201eNeues Deutschland\u201c 13.2.2006)).<br \/>\n\u00c4hnlich sehen es die Neonazis von \u201eSynergon Deutschland\u201c: \u201eUnd noch etwas spricht f\u00fcr die islamische Option: die Tatsache, dass konsequenter Widerstand gegen die Amerikanisierung der Welt nur noch von Muslimen kommt\u201c, hei\u00dft es dort.<br \/>\nUnd zu Schleier und Kopftuch: \u201eExotischer, fremder als die Transvestiten-, SM- oder Gothic-Szene ist das auch nicht, daf\u00fcr um vieles seri\u00f6ser, innerlicher, ges\u00fcnder\u201c ((\u201eJunges Forum\u201c Nr. 3\/04)).<br \/>\nEine Muslimin, die sich in Deutschland gegen den Schleier entscheide, habe sich \u201edie M\u00f6glichkeit genommen, ihre kulturelle Differenz gegen\u00fcber der Mehrheitsgesellschaft zum Ausdruck zu bringen\u201c. Nein, dies stammt nicht von irgendwelchen Neonazis, sondern von den Feministinnen Christina von Braun und Bettina Mathes ((Christina von Braun, Bettina Mathes: Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen. Berlin 2007. Zitiert nach Jungle World v. 19. Juli 2007. <a href=\"http:\/\/www.jungle-world.com\/seiten\/2007\/29\/10275.php\">www.jungle-world.com\/seiten\/2007\/29\/10275.php<\/a>  &#8211; Seitenaufruf am<br \/>\n17.12.09)) und zeigt, wie weit auch frau kommen kann, wenn sie auf einem falsch verstandenen Multikultitrip ist.<br \/>\nFalsche Toleranz und Idyllisierung nichtwestlicher Lebensweisen beziehen sich keineswegs nur auf den Islam. Die Romantisierung indianischer Kulturen, wie sie vor allem in der bekannten, auf etwa 1855 datierten Rede des H\u00e4uptlings Seattle zum Ausdruck kommt, mutet noch vergleichsweise harmlos an.<br \/>\n\u201eErst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann\u201c, lautet der ber\u00fchmte, seit den 1970er Jahren verbreitete Kernsatz, bei dem es sich allerdings um ein die Nachfrage nach Zivilisationskritik befriedigendes Fake ((Zur Romantisierung \u201eexotischer\u201d Kulturen siehe Gerd Stein (Hrsg.): Die edlen Wilden. Die Verkl\u00e4rung von Indianern, Negern und S\u00fcdseeinsulanern auf dem Hintergrund der kolonialen Greuel. Fischer, Frankfurt\/M. 1984.<br \/>\nZur Karriere der Seattle-Rede und ihrer gro\u00dfenteils frei erfundenen Passagen siehe New York Times vom 21.4.1992: http:\/\/www.nytimes.com\/1992\/04\/21\/us\/chief-s-speech-of-1854-given-newmeaning-and-words.html?pagewanted=all &#8211; Seitenaufruf am 16.12.09)) handelt. Die Leugnung oder gar Rechtfertigung des dem jamaikanischen Rasta-Kult und Teilen der Reggae-Szene immanenten Antisemitismus und der damit eng verkn\u00fcpften militanten Homophobie sind da schon wesentlich ernster zu nehmen ((Siehe <a href=\"http:\/\/prodomo.50webs.com\/3\/babylon_inna_zion.html\">http:\/\/prodomo.50webs.com\/3\/babylon_inna_zion.html<\/a> &#8211; Seitenaufruf am 17.12.09)).<\/p>\n<p><strong>Falsche Toleranz ist unterlassene Hilfeleistung<\/strong><\/p>\n<p>Erfreulicherweise sehen sich viele Menschen mit islamisch gepr\u00e4gtem Migrationshintergrund nicht von Verb\u00e4nden wie \u201eDitib\u201c oder dem \u201eZentralrat der Muslime\u201c vertreten. Trotzdem werden diese und \u00e4hnliche Organisationen nicht m\u00fcde, zu behaupten, sie seien \u201eSprachrohr der Muslime\u201d. Solche Verb\u00e4nde d\u00fcrfen und m\u00fcssen daf\u00fcr kritisiert werden, dass sie beispielsweise den Kopftuchzwang propagieren, Musliminnen verbieten, Nicht-Moslems zu heiraten ((Siehe http:\/\/islam.de\/1641.php#juc\/mischehe03.html oder http:\/\/www.ditib-saar.de\/de\/fragen.htm : \u201eEin moslemischer Mann darf eine gl\u00e4ubige Christin oder eine J\u00fcdin heiraten, jedoch darf eine moslemische Frau nur einen Moslem heiraten, denn da der Mann eine f\u00fchrende Rolle in der Familie hat, kann eine moslemische Frau eventuell hinsichtlich ihrer Religion unter Druck gesetzt werden und somit k\u00f6nnen famili\u00e4re und religi\u00f6se Probleme entstehen.\u201d (Seitenaufruf 18.12.07) Nachdem die Aktion 3.Welt Saar dies \u00f6ffentlich gemacht hat, wurde der Eintrag von ditib gel\u00f6scht. Ditib (&#8222;T\u00fcrkisch-Islamische Union&#8220;) steht unter der Kontrolle des t\u00fcrkischen Staates; ihr geh\u00f6ren rund 900 Moscheegemeinden in Deutschland an.)) und die Religionsfreiheit einschr\u00e4nken, indem sie MuslimInnen das Recht absprechen, aus der Religion auszutreten. Das hindert sie nicht daran, sich unter dem Label des Dialogs liberal und weltoffen zu geben. W\u00fcnschenswert w\u00e4re eine kritischere Haltung statt freundliche Dialog-Projekte mit ihnen durchzuf\u00fchren. Auch falsche Toleranz ist unterlassene Hilfeleistung. Denn es geht um die individuellen Freiheitsrechte der etwa 3 Millionen Menschen muslimischer Herkunft in Deutschland.<br \/>\nZivilisatorische Mindeststandards und Freiheitsrechte des Individuums sind nicht verhandelbar. Religionsfreiheit meint nicht nur Freiheit der Religionsaus\u00fcbung, sondern auch das Recht auf Freiheit von Religion.<br \/>\nEs darf kein Recht von Gruppen geben, die ihnen wirklich oder vermeintlich Zugeh\u00f6rigen auf eine kulturell, religi\u00f6s, national oder sonstwie festgelegte Lebensweise zu verpflichten.<br \/>\nBeispielsweise wenn junge Musliminnen, die kein Kopftuch tragen m\u00f6chten, wegen ihres \u201ewestlichen Lebensstils\u201d attackiert werden. Es geht nicht um einen ideologisch aufgeladenen \u201eKopftuchstreit\u201d, sondern darum, ob eine Muslimin &#8211; gerade angesichts oft genug erzwungener \u201cFreiwilligkeit\u201d &#8211; so wie jeder andere Mensch auch dar\u00fcber entscheiden darf, was sie auf dem Kopf tr\u00e4gt und was nicht.<\/p>\n<p><strong>Ja zur multikulturellen Gesellschaft &#8211; Gegen Deutscht\u00fcmelei, Nazis und Islamisten<\/strong><\/p>\n<p>Der in Teilen der linken und liberalen Szene herrschende Kulturrelativismus widerspricht der urspr\u00fcnglichen Intention der multikulturellen Gesellschaft. Er teilt die Menschen per Geburt in verschiedene Gruppen ein, f\u00fcr die jeweils spezielle Rechte gelten sollen.<br \/>\nJeder Mensch muss entscheiden k\u00f6nnen, ob er die Riten einer gewissen Kultur aus\u00fcben m\u00f6chte oder nicht. Man darf weder \u00fcbersehen, dass der in der Mehrheitsgesellschaft verbreitete Rassismus den R\u00fcckzug vieler Stigmatisierter in \u201eihre eigenen\u201d Zwangskollektive bef\u00f6rdert, noch ignorieren, dass Zwangskollektive immer antiemanzipatorisch sind. Nicht nur dasjenige der \u201eDeutschen\u201c, gegen das die Bewegung f\u00fcr die multikulturelle Gesellschaft mit vollem Recht angetreten ist.<br \/>\nWir treten entschieden f\u00fcr eine multikulturelle Gesellschaft ein, die allen Menschen, egal welcher Herkunft, ein Leben in Frieden und Freiheit erm\u00f6glicht. Es geht um ein gutes Leben f\u00fcr ausnahmslos alle Menschen.<br \/>\nUnd es ist gerade der \u201eSchmelztiegel&#8220; und die \u201eVermischung\u201d, die einen emanzipatorischen Multikulturalismus kennzeichnen.<br \/>\nEs geht nicht um den \u201eErhalt von Kulturen\u201d, weder der \u201cdeutschen\u201d noch der \u201echristlichen\u201d, der \u201ewestlichen\u201d oder der \u201eislamischen\u201d. Es geht um die Verteidigung und Durchsetzung zivilisatorischer Mindeststandards wie Freiheit von Folter, gleiche Rechte und gleiche Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr alle Menschen, um das Recht aller Menschen, weder \u201cillegal\u201d noch \u201c\u00fcberfl\u00fcssig\u201d zu sein, um Gleichstellung der Geschlechter und Emanzipation der Frau, Befreiung von der Herrschaft religi\u00f6sen Wahns, Trennung von Staat und Religion, Befreiung aus Clanherrschaft und Patriarchat \u2013 um nur einige zu nennen. Hinter sie darf es kein Zur\u00fcck geben.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/emanzipationundfrieden.de\/Flugschrift_Multikulti_2009_2010\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieses flugblatt<\/a> lag ausgaben der &#8222;<a href=\"http:\/\/www.taz.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">taz<\/a>&#8220; und der &#8222;<a href=\"http:\/\/jungle-world.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">jungle world<\/a>&#8220; bei. mehr informationen unter <a href=\"http:\/\/www.emanzipationundfrieden.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">emanzipationundfrieden.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/kotzboy.com\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/multikulti.jpg\"><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[165,512,712,978,982,1427,1760],"class_list":["post-5608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-paranoia","tag-antirassismus","tag-deutschland","tag-flugblatt","tag-islam","tag-islamophobie","tag-nazis","tag-sarrazin"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5608\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/kotzboy.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}